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Bodyreading - Körpersprache - Sprechen & Verstehen
Referat oder Tagesworkshop
von und mit Gert Genro Beirer
Seit große Pantomimen in der Ausbildung ihrer Schüler nicht Halt machen, sondern sie der Öffentlichkeit für einschlägige Seminare zur Verfügung stellen, gibt es auf diesem Sektor eine Unzahl von Angeboten, sich des Phänomens Körpersprache bewusst anzunehmen.
Das Spektrum der Betrachtungsmöglichkeiten ist naturgemäß bei einem solchen Thema enorm groß. So bieten sich für die verschiedensten Schulen innerhalb der Softskill-Trainings, von der professionellen Wahrnehmung von Bewegung, von den therapeutischen Ansätzen, diagnostische Schlüsse aus der Motorik von Mimik und Gestik zu ziehen, bis hin zu analytischen Arbeiten in der Tiefenpsychologie und der Körpertherapie viele interessante Anwendungsmöglichkeiten. Immer mehr Unternehmen legen heute Wert auf die neuesten Erkenntnisse aus dem „Bodyreading“, z.B. für ihre Personalentwicklung.
Und wirklich ist die Situation im Theater, etwas „über die Rampe zu bringen“ eine ähnliche Herausforderung, wie sie dem Verkäufer am Markt begegnet. Auch die Führungskraft beim Verkaufen von Ideen und betriebswirtschaftlich erforderlichen Entscheidungen muß überzeugen und mit ihren Argumenten ankommen. Weniger als 10 Prozent von Sachinhalten kommt dabei beim Empfänger an. 90 Prozent des Eindruckes werden durch die Persona, das heißt durch die Maske, sprich Mimik, aber auch durch den Klang der Stimme und Sprache – per sona -- also durch Körper und Sprache vermittelt.
Wenn wir diese wissenschaftlich dokumentierten Transferverhältnisse ernst nehmen, kann sich nur mehr der Ignorant alleine auf die Fakten von Referaten oder Sitzungen vorbereiten. Der wirklich um diese Modalitäten Wissende, wird sich für die Optimierung seines „Auftrittes“, seiner Mission einer Verbesserung seiner gestischen, mimischen, rhetorischen und seiner klang- und stimmvolumenmäßigen Ausbildung bemühen.
Da die Zusammenhänge, die für die körper- und sprachlichen Wirklichkeiten ursächlich sind, komplexe Ganzheiten darstellen, ist die selektive Wahrnehmung meist nur im Labor einer wissenschaftlichen Untersuchung von Bewegungsabläufen und dynamischen Prozessen zwischen Menschen, mit all den Nachteilen einer solchen, künstlich herbei geführten Situation, zu katalogisieren und für den Praxistransfer weitgehend unmaßgeblich. Der Ansatz kann also nie ein System oder eine bausteinmäßige Einteilung und ihre Analyse sein. Die Vorstellung, dass wenn wir die Körpersprache entschlüsselt haben, wir unmittelbaren Zugang zu den Absichten der Menschen bekommen, hat ihre Probleme zweifelsohne in der Interpretation von komplexen Abläufen. In Dynamik, im Dialog und in der individuellen, spontanen Entäußerung von Bewegungsmustern, die für sich wieder sehr individuell strukturiert sind, ergeben sich vielfältige, komplexe Kombinationen.
Zu der immerhin möglichen, richtigen Interpretation nach entsprechender analytischer, situativer Gewichtung, kommen unmittelbar die weiteren Fallstricke von vorsätzlich manipulativem Gehabe und der vielen Rollenspiele, die zusätzlich bei jeder derartig schwierigen diagnostischen Arbeit, zumindest als Variable in die Beurteilung mit einbezogen und entsprechend gefiltert werden müssten.
Spätestens jetzt ist jedem um die Analyse und Interpretation ernsthaft Bemühten, bewusst, dass ein meisterlicher Umgang mit den Inhalten dieses Themas, nicht einfach über Bewegungs-Wertmaßstäbe erfolgen kann.
Wie also kann die von Autoren oder Seminarleitern versprochene Perfektionierung der Körpersprache, oder deren richtige Interpretation, in der Kommunikation erreicht werden? Da hier Beweis geführt wurde, dass niemand im Alltag in der Lage ist, das umfassende Angebot das die Körpersprache uns bietet, zu entschlüsseln, noch erfolgreich bei sich selbst, gleichzeitig absichts- aber dennoch wirkungsvoll in Richtung einer anderen als der ursprünglich unbewussten Aussage hin zu verändern, wird wohl nun der Teil darüber folgen müssen, was dennoch zu tun bleibt:
Eine Er-lösung vom Problem der Komplexität und Einmaligkeit des Arrangements von Körpersprache, beziehungsweise der scheinbaren Un-lösbarkeit, dieses Chaos zu analysieren, liegt einfach im Weg der Achtsamkeit im Umgang mit den Mitmenschen und allen fühlenden Wesen in der Natur. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf das Studium von Körpersprache, auf den Ablauf von Bewegungen und die Wahrnehmung all der Wirklichkeiten, die durch die Körpersprache zum Ausdruck gelangen.
Was die Sprache betrifft, wird sich die Achtsamkeit auf den Klang, das Volumen, die Modulation, den Rhythmus, die Melodik und die Pausen beim Sprechen richten. Wenn so Bodyreading zu einem Bestandteil Ihres Lebens, nebst der Ihnen richtig und wichtig erscheinenden Literatur geworden ist, werden Sie nach ausgiebiger Lektüre von Körper- und Bewegung, vom Lauschen auf die Sprachkultur, tiefen Einblick und Verständnis für die relevanten physischen und psychischen Inhalte des Individuums bekommen. Das heißt, dass damit in ähnlicher Weise erkannt wird, als Sie sicher keiner Analyse bedürfen um das Bellen eines Hundes auch „un-darüber-nachgedacht“ – von Läuten einer Glocke zu unterscheiden oder gebleckte Zähne als Bedrohung zu erkennen.
Der Einsatz von Bodyreading erscheint also dann sinnvoll, wenn Sie unmittelbar, ohne zu Reflektieren, für das Sie für eine sinnvoll schnelle Reaktion ohnedies nie Zeit haben, die richtigen Schlüsse prompt ziehen können. Das können Sie bei Schulung Ihrer Aufmerksamkeit schon bald aus Ihrer Intuition. Aus jenem umfassenden All-Erkennen, das uns mit unserer Natur, unserem Wesen, mitgegeben ist. Im Annehmen dieser angeborenen Fähigkeit, im Praktizierung des Bodyreading, werden Sie Ihre ganz spontane, aber eben auch ursprünglich authentische Körpersprache wirken lassen und damit Ihrer Persönlichkeit natürlichen und glaubhaften Ausdruck verleihen.
So schließt sich der Kreis zu den Meistern der Pantomime, die die Interpretation und bewusste Anwendung von Körpersprache auf die Bühne von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und anderer Einrichtungen des öffentlichen Lebens, gebracht haben. Ist das auch ein Thema für uns, dann sollten wir unsere Mitmenschen achtsam beobachten und nach und nach zu jener spontanen Interpretation zurückfinden, die uns in der Kommunikation – begnadeter Weise – gottgegeben ist. Sie wird anwendbar, wenn wir gelassen und ruhig aus unserem Zentrum „die Kraft des grenzenlosen Erkennens“ ent-wickeln. Eine Fähigkeit, die immer schon da war, die wir kultivieren lernen.
Das mag für das Ego nicht befriedigend sein, zeichnet uns aber als Menschen aus, nämlich uns unseres Seins und Wesens bewusst zu sein und damit alle fühlenden Wesen erkennen zu können.
In den Seminaren unseres Hauses, an der Panta Rhei-Akademie, im Zentrum für ganzheitliches Wachstum in Graz, im Dojo des Amida-Zentrums in dem unsere Qigong-Schule untergracht ist oder in Ihrem Unternehmen wird in einem Tagesworkshop von Gert G. Beirer, gemeinsam mit den Trainees, experimentell dieses Potential von Körpersprache aufgearbeitet.
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